Häufig gestellte Fragen

Seit wann schreiben Sie?

Gelten Weihnachts-Wunschzettel? Dann seit meinem vierten Lebensjahr (Kartoffeldruck), mit dem Schreiben von Drehbüchern habe ich im Jahr 2000 begonnen, mein erster Roman erschien 2003.

Schreiben Sie gerade an einem neuen Buch?

Aber klar doch! Immer! Und wenn nichts dazwischen kommt, bleibt das auch die nächsten Jahre so!

Hatten Sie als Kind ein Lieblingsbuch/ mehrere Lieblingsbücher?

Als kleiner Junge spielte ich am liebsten draußen im Wald und auf den Wiesen, da störten Bücher eher. Dann trat Geheimagent Lennet in mein Leben, der Held einer Agenten-Reihe für Kinder im Schneiderbuch-Verlag. Ich war der festen Ansicht, nach London ziehen zu müssen, um dort auch Geheimagent zu werden. Das war kurz nachdem ich erkannte, dass auch wackerste Sparsamkeit nicht reichen würde, um von meinem Taschengeld das Wasserschloss Crottorf zu kaufen. Meine Nebeneinkünfte, die mir kurze Zeit Hoffnung gaben, waren auch zu gering: „Wenn du beim Sonntagsspaziergang fünf Minuten am Stück den Mund hältst, kriegst du 50 Pfennig“, versprach meine Mutter. Aber ich war ein mitteilungsfreudiges Kind. Es kam nie zu einer Auszahlung. Ich bin kein TKKG-Kind, sondern…? Klar:  drei???, dann Karl May, dann Agatha Christie, dann Kishon … ich weiß, ich hätte all die hochwertigen Klassiker nennen müssen … aber jetzt nicht weiterblättern oder gar den Fragebogen in den Papierkorb werfen… also:  Tramp nach New Orleans von Irene Hunt fand ich supergut. Und jetzt kommt’s richtig: mit 16 schenkte meine Mutter mir die Buddenbrooks von Thomas Mann und seit dem habe ich die 17 (in Worten siebzehn) mal gelesen. Boah, die Bildungskurve noch einmal gekriegt!!!

Wie lange schreiben Sie an einem Buch?

Schwer zu sagen, kommt drauf an, ob das Buch komplett vorrecherchiert ist oder ob ich mich entlang einer knappen Storyline „driften“ lasse. Drei bis sechs Monate dauert es fast immer, manchmal aber auch länger. Ich kann meistens nur 3-4 Stunden am Tag „richtig“ produktiv sein, im Sinne von ganz Neues schreiben, dann merke ich, dass es dünn wird und mache andere Dinge: korrigieren, überarbeiten, verwalten, lesen, recherchieren. Zur Disziplinierung verordne ich mir jeden Tag spätestens zwischen 8:30 und 9:30 Uhr am PC zu sitzen und im Durchschnitt mindestens 5 Manuskriptseiten zu schreiben.

Welches Ihrer Bücher gefällt Ihnen selbst am besten?

In jedem gibt es Stellen, über die ich mich sehr freue und andere, für die ich mich hasse. Mein wichtigstes und persönlichstes Buch ist der „Landeplatz der Engel“, von meinen Kinderbüchern mag ich „Mister Lugosi und der unheimliche Adventskalender“ besonders.

Wie finden Sie Ihre Stoffe? Gibt es „Auslöser“ für Bücher?

Die Ideen flattern hier herum und rennen dort herum, auf der Straße, in Zeitungen, Büchern, auf Bäumen, in der Straßenbahn, auf dem Klo. Überall. Man muss die Augen, die Ohren und manchmal auch die Nase offen halten.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Urghs. Weiß nich’ mehr. Jedenfalls nicht Schriftsteller. Als Jugendlicher wär’ ich gerne Schauspieler geworden, in der Theatergruppe war ich auch spitze. Hören Sie auf mit dem Gekicher, selbst mein Vater hat mich gelobt. Mein Rollenfach war übrigens der Jugendliche Liebhaber. Und meinen besten Auftritt hatte ich als ‚Lelio, der Lügner’ im gleichnamigen Stück von Goldoni. Ob uns das was sagen will? Lande Zeit wollte ich auch Tierarzt werden, aber leider war mein Abiturdurchschnitt gut, aber nicht gut genug.

Wer war der Held Ihrer Jugend?

Chingachook und eigentlich auch Lederstrumpf, in der Gestalt von Helmut Lange. Im Winter haben wir an der Biegung des Flusses – na gut, es war die Wisser, ein Bach 200 Meter von unserem Haus entfernt – im tiefen Schnee Szenen daraus nachgespielt (Schauspieler, ich sag’s doch). Axel war Lederstrumpf und ich Chingachook. Dabei wurde immer viel, lang und rührend gestorben, so mit den Kopf zum Schluss nach hinten fallen lassen, Luft anhalten und Augen verdrehen. Erst bei einer Opern-Aufführung, viele Jahre später, wurde mir klar, dass man auch noch länger sterben kann, aber gut, Mimi (in La Bohème von Puccini) hat ja Schwindsucht und nicht fünf Pfeile von den Mingos im Rücken. Da ist man ratzfatz hinüber. Außerdem drohte auch uns die Schwindsucht oder eine Lungenentzündung, okay: ein Schnupfen!, weil wir uns bei der Show an der Biegung des Baches den Arsch abfroren… grübel, darf man ‚Arsch’ sagen? Ich lass es mal stehen… Na ja, jedenfalls gab es dann auch noch andere Helden und Heldinnen, mehr dazu unter „Einflüsse“.

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