kopernikusschule. gelandet.

Lesungen mit und ohne den „Landeplatz der Engel“ bringen den Autor weit durch die deutschen Lande. Heute nach Freigericht, nahe Hanau. Zu Gast in der Kopernikusschule,  Europaschule, Gesamtschule, Riesenschule. Irgendwas um die 2500 Schüler, von denen ungefähr 250 heute das Vergnügen hatten (hoffentlich war es eins) , mit mir am Thema „Anders sein“ zu arbeiten. So lautet nämlich der Titel des „Literarischen Novembers“, den es in der Kopernikusschule schon seit 17 Jahren gibt. Tolle Sache, muss ich sagen und gleich noch einen drauf: tolle Schüler, jedenfalls die 8. und 9. Klassen. So sieht sie aus, die Schule:

kopernikus

Ich habe leider vergessen Fotos von der eigentlichen Veranstaltung zu machen, deshalb muss dieses hier herhalten. Es war ein volles Programm, weil ich mich auf etwas eingelassen habe, was ich sonst selten tue: drei Doppelstunden mit dreimal wechselnden Gruppen, zack zack, hintereinander weg.

Die Organisatorin, Frau Rühl, war aber schon am Telefon so überzeugend, dass ich es einfach tun musste. Sie und ihre Kollegen haben sich selbst live und in Farbe noch übertroffen: perfekte Betreuung von der Abholung in Hanau im Schneegestöber (Danke, Frau Ruf!) über Kaffee, Croissant, Brötchen in den Pausen  (Danke, Frau Rühl!) bis zum „Rücktransport“ (Danke, Herr Burk!).

Die Schülerinnen und Schüler waren von der ersten Minute super dabei und das im wahrsten Sinn des Wortes. „Nur“ vorlesen ist mir bei den Themen des Buches einfach zu wenig, besonders, wenn die Veranstaltung unter dem Titel „Anders sein“ läuft. Ein bisschen Interaktion musste also sein, Gedanken dazu, welche Tücken Sprache haben kann, wenn es um die Beschreibung von Dingen, Eigenschaften, Verhaltensweisen geht, wie schnell aus einer Beschreibung eine Bewertung und Abwertung wird. Das war der erste Programmpunkt.

Der zweite Teil beschäftigte sich mit der Frage, was ist „anders sein“ überhaupt, wann bin ich vielleicht anders, wie schnell kann es gehen und man ich plötzlich selbst anders, obwohl man kurz vorher noch glaubte, ganz und gar „normal“ zu sein. Ein paar bunte Zettel, ein paar Schülerinnen und Schüler, ein paar Zahlen und es war schnell klar, wie schnell man selbst dazu gehören kann: zu denen, die anders sind.

Im dritten Teil: Entspannung. Zurücklehnen. Ein Film über zwei Menschen mit Tourette. Die Gruppen zeigten auch hier, dass man mit mehr oder minder 15 Jahren einen ziemlich unverkrampften Umgang mit dem Thema haben kann. Klar, es ist auch komisch, wenn Georges Gilles de la Tourette eine Breitseite auf uns abschießt (der Heilige George, wie Fabian im Roman sagt), aber es wirft auch eine Menge Fragen auf, Neugier, Bereitschaft zur Auseinandersetzung werden deutlich. Und dann vertieft. Im vierten und letzten Teil.

Lesung mit Diskussion, also das, womit ich eigentlich angekündigt war. Zwei ausführliche Stellen aus dem Roman, das zweite Aufeinandertreffen von Fabian und Mirco und das erste gemeinsam geklaute Auto. Stellenweise harter Stoff, vielleicht auch für die Lehrerinnen und Lehrer, denn Fabian und Mirco nehmen in ihrer Art zu erzählen kein Blatt vor den Mund. Die Lehrerschaft hält durch, die Schülerinnen und Schüler auch, obwohl sie insgesamt 2 Schulstunden gefordert und herausgefordert wurden. Einige Fragen zum Schluss und nicht die üblichen. Sonst wird viel nach dem Autor, dem Schreiben usw. gefragt. Die Kopernikaner (nennen die sich so???) sind sehr am Tourette Syndrom interessiert. Jungs und Mädels, mir hat es Spaß gemacht, allerdings bin ich jetzt auch k.o. Also, nochmals vielen Dank für die schöne Zusammenarbeit!

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Ein Kommentar zu “kopernikusschule. gelandet.

  1. Ich war auch in ihrer Lesung und es hat mir sehr gefallen. Ich hab mir zwar nicht Landeplatz der Engel gekauft, aber dafür It´s Showtime, Mick! und bin schon fast durch. Ich find sie schreiben tolle Bücher und ich hoffe das sie auch weiter welche schreiben!

    Liebe Grüße Vanessa

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